
Mit Betroffenheit haben die Mitglieder des Instituts für Kultur- und Medienmanagement auf den Tod von Rudolf Stilcken reagiert, der am Samstag, den 11.06.16 im Kreise seiner Familie in Hamburg im Alter von 91 Jahren verstorben ist.
Seine letzte geplante Vorlesung über: „Marken – leben im Zeitgeist mit Zeitgeschmack. Seit 100 Jahren! In 100 Jahren!“, die am 29.06.16 im Rahmen der Vorlesungsreihe: „Marke statt Kapitalismus – Einführung in die Markensoziologie“ in der Universität Hamburg stattfinden sollte, musste leider abgesagt werden. Auch andere geplante Termine wie die Vorbereitung einer KMM Projektgruppe, die Rudolf Stilcken in Kooperation mit dem UKE angeregt hatte, können nicht realisiert werden. Dies zeigt wie eng Rudolf Stilcken mit dem Institut für Kultur- und Medienmanagement verbunden war und das 21 Jahre lang. Er gehörte zu den Säulen dieses Studienganges, der 1987 gegründet wurde und dessen Handschrift er mitgeprägt hat. Rudolf Stilcken hat unzählige Studierende für Kulturkommunikation sensibilisiert und im Fach Markensoziologie gelehrt. Mit vielen Projekten, wie der Ausstellung Hamburger Köpfe, dem Bild- und Dokumentationsband 100 Beispiele der privaten Kulturförderung in Hamburg sowie dem Hamburger Preis für Kultur-Kommunikation Rudolf Stilcken hat er wegweisend für die Kulturkommunikation in Hamburg gewirkt. Die feierliche Verleihung dieses Preises fand zuletzt am 15.10.16 im Resonanzraum St. Pauli zusammen mit einer Impulsveranstaltung statt, zu der Rudolf Stilcken seinen Freund und Wegbegleiter Prof. Dr. Alexander Deichsel als Festredner eingeladen hatte. Das Thema seines Vortrages lautete: „Substanz als Gestalt – Kundschaft sucht Lei(s)tung in der Kultur-Kommunikation“. Dieses Thema war für Rudolf Stilcken ein Herzensanliegen, denn es ging ihm immer darum, Kultur-Kommunikation als Chance zu begreifen, um Kulturproduzenten und ihre Nutzer zusammen zu bringen: „Kultur kann nur erfolgreich sein, wenn sie in ihrer Kommunikation erfolgreich ist“, dies war das Motto, das er dem von ihm gegründeten Preis voran gestellt hat, in der Hoffnung, dass seine Initiative in der Metropolregion Hamburg nachhaltige Resonanz bekäme. In den letzten Monaten seines Lebens scheute er keine Anstrengung und Mühe, um eine Dokumentation dieses Preises zu veröffentlichen: Kultur-Kommunikation im Wettbewerb erschien im März 2016 in der Schriftenreihe des Instituts für Kultur- und Medienmanagement und ist auf der Homepages des Hamburger Preises für Kultur-Kommunikation kostenlos als Download erhältlich.
Rudolf Stilcken wurde am 15.02.1925 in Hamburg geboren und war vorwiegend während seines langen Berufslebens für Unternehmens- und Marketingkommunikation mit den Schwerpunkten Markenentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit tätig, zunächst in den 50er Jahren als PR-Berater für Ludwig Erhard in den 60er Jahren Vorsitzender der Gesellschaft Werbeagenturen (GWA), dann über 20 Jahre in der internationalen Agentur Benton & Bowles, danach im Vorstand der Rosenthal AG. 1986 machte er sich selbständig, u.a. als Berater für Lufthansa, Siemens und Vorwerk. Rudolf Stilcken war Gründungsvorsitzender des deutschen Zweigs der internationalen Kinderhilfsorganisation PLAN. Er hat sich viele Jahre für die Elsbeth Weichmann Gesellschaft engagiert und war Mitglied des Kulturförderungsausschusses der Handelskammer Hamburg.
2002 wurde ihm für sein ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. 2011 erhielt er die Ehrennadel der Handelskammer Hamburg. 2015 wurde er für sein Engagement für das Institut KMM vom Präsidenten der Hochschule für Musik und Theater Elmar Lampson zum Ehrensenator ernannt. Er war außerdem Ehrenmitglied des Arbeitskreises für Kultursponsoring im Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft im BDI e.V. und Mitglied des Beirats für kulturelle Innovationsforschung an der Hochschule für Musik und Theater.
Der Leiter des Instituts für Kultur- und Medienmanagement Prof. Dr. Reinhard Flender erinnert sich: „Ich habe Rudolf Stilcken in seinem letzten Lebensjahr kennen und schätzen gelernt. Sein Tatendrang, sein unerschütterlicher Optimismus sowie sein feiner Humor werden uns im Institut für Kulturmanagement fehlen. Wir haben mit Rudolf Stilcken einen treuen Wegbegleiter, Förderer und Mäzen des Instituts verloren und werden ihn in bleibender Erinnerung behalten. Eine Gedenkveranstaltung für Rudolf Stilcken wird in Kürze auf der Homepage der HfMT und des Instituts KMM angekündigt werden.“